Laufend

Film als Ausstellung / Ausstellung als Film

Bis 31.07.18

FILM ALS AUSSTELLUNG / AUSSTELLUNG ALS FILM ist ein interdisziplinäres Langzeitfilmprojekt von Kunstwissenschaftlerin Marie-France Rafael und Bewegtbildkünstler An Laphan. Darin beschäftigen sie sich mit der rekursiven Feedbackschleife zwischen Bilderzeugung und Bildkonsum. Hierbei dient der BNKR als reflexives Spannungsfeld, der sowohl der Träger des Drehorts (und –zeit) als auch des Ausstellungsorts (und – zeit) ist. Die bis zum Ende des Programms „Stop making sense, it’s as good as it gets.“ fortlaufende Arbeit ist der experimentelle Versuch einer Raumzeitbeschreibung mit filmischen Mitteln, deren Ziel es ist, anhand der situationsbezogenen Programmreihe immanente Paradoxien zwischen Ausstellung und Filmarbeit aufzuzeigen.

Die Entstehungszeit des Filmes läuft hierbei synchron zur Entfaltung des kuratorischen Programms; sie läuft aber vor allem im Widerspruch zur asynchronen Erzählzeit in der filmischen Narration. Vor allem deswegen, da sowohl Ausstellung als auch Film dabei anarrative Momente und Fiktionen erzeugen, die ein (Nach- oder Vor-) Denken eines Narrativ thematisieren, also einem erzwungenen Ausbruch aus der geschlossenen Erzählbarkeit. Ähnlich verhält es sich mit der scheinbaren Unvereinbarkeit des BNKR als Set, als Drehort, als Abbildungssphäre und dem BNKR als Ausstellungsraum, als Versammlungsort, als Situationssphäre. Mit kontinuierlichen Veränderungen der Erzählperspektiven und –strategien wird immer wieder Stellung genommen zur filmischen Erfahrbarkeit von „Stop making sense, it’s as good as it gets.“ und somit des Entstehungsprozesses – sowohl des Films als auch des Programms.

So sollen die Dreharbeiten im Mai in einer Ausstellung kulminieren, die wie auch der Film – in medias res – kein Anfang und Ende mehr hat, sondern neue spekulative Zeitstrukturen erforscht, in denen die lineare Struktur von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur noch eine Möglichkeit von vielen darstellt (eine Prämisse von „Stop making sense, it’s as good as it gets.“). Film und Ausstellung reflektieren hierzu über das Verhältnis von Realität und Fiktion: die Fiktionaliserung von Realität steht gleichermaßen im Fokus, wie auch die Fiktion, die im Entstehungsprozess zur Realität wird.

In diesem absurden Differenzgefälle zwischen Abbildung und Ereignis integrieren sich die Prozesse des Drehs, der Montage, der Postproduktion in den fortlaufenden Aktivitäten des Programms. Der Film ist ‚on site‘. (Und vice versa.) In dieser Versuchsanordnung entsteht der Film als emergentes Ergebnis eines rekursiven Gestus, der Prozess, Situation und Ort in immerzu neu angeordneten, dynamischen Konstellationen in Zeit und Raum rekombiniert.