Vergangen

Labyr 1

28.06.14 – 31.01.15

Für die Ausstellung mit dem Titel „LABYR 1“ wurde Gregor Jansen, Direktor der Kunsthalle Düsseldorf als Kurator gewonnen. Dieser hat acht Künstlerinnen und Künstler eingeladen auf den rund 200 Quadratmetern ihre Werke zu zeigen.

Die titelgebende Wortschöpfung „Labyr“ ist ein zwischen Labor und Labyrinth angesiedelter Begriff, der in den 1960er Jahren von Künstlern und Architekten entwickelt wurde. Hinein spielen Theorie und Praxis aus Kunst, Architektur, Städteplanung, Urbanismus, Experiment, Utopie. „LABYR 1“ ist in diesem Sinne entstanden, als Gebilde und als Raum, und soll darüber hinaus wirken, Handlungsräume anbieten – zwischen und mit Kunst, Architektur, Historie, Utopie aus einem permanent fantastischen, gleichwohl realen Bildraum heraus.

Mit der Künstlerauswahl beweist der Kurator Gregor Jansen sein feines Gespür für international agierende Talente. So zeigte Kathryn Andrews (1973) jüngst im Museum Ludwig Köln verstörend schöne Installationen zwischen Pop-Art und Konzept-Art zum Thema Alltagswelt. Sie hat ein Wandobjekt geschaffen, das sich in seiner räumlichen Figur an den Illusionen der amerikanischen Traumfabrik Hollywood orientiert. Thomas Houseago (1972) erweckt seit einiger Zeit mit seinen maskenhaften Skulpturen die Aufmerksamkeit der internationalen Kunstwelt. Er demonstriert eine neue Auseinandersetzung mit skulpturaler Figuration in der Tradition fast vergessener Klassiker. Franz Ackermanns (1963) „Mental Maps“ sind globale Räume, die unser Denken zwischen Heimatsuche, Handelsreise und Touristendasein bestimmen. Ausgehend von einem Pavillon als Verkörperung skulpturaler Plastik hat Erika Hock (1981) einen für den Außenraum bestimmten temporären Projektionsraum entwickelt, dessen Modell ausgestellt ist. Jenny Holzer (1950) und Cerith Wyn Evans (1958) arbeiten beide mit Licht und Text als Träger von Informationen. In ihren Werken geht es um grundlegenden Fragen und Problemstellungen der Kommunikation und Erkenntnisfähigkeit des Menschen, abgeleitet aus dem Stadt- und Lebensraum des modernen Individuums. Manuel Graf (1978) untersucht in seinen Arbeiten interkulturelle Architekturbezüge zwischen Orient und Okzident. In seinem Video „Let Music Play“ werden beispielsweise Raumkategorien von Moscheen hinterfragt. Alexander Ernst Voigt (1981) schafft mit seinen Gemälden anti-urbanistische, verloren geglaubte oder wieder zu entdeckende Naturräume.

Fotografie: hiepler brunier

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01_Thomas Houseago (2006/2007): „untitled (Three Elements)“, Tuf-Cal, Gips, Hanf, Eisen, Graphit, Holz, 188 x 142,2 x 60,3 cm. Fotografie: hiepler brunier


Kunst_702_Jenny Holzer (1984): „untitled with selections from truisms“, Electronic LED, Rote Dioden, 14 x 104 x 10 cm. Fotografie: hiepler brunier


Kunst_803_Manuel Graf (2012): „Let music play“, Videoinstallation, Panasonic Projektor, MacMini, Aktivboxen, Deckenhalterung, 80 x 70 cm. Fotografie: hiepler brunier