Über BNKR

BNKR wurde 2014 als multidisziplinäre Plattform für zeitgenössische Kunst und Architektur durch den Münchner Unternehmer Stefan F. Höglmaier (Euroboden GmbH) gegründet. Mit Sitz im unter Denkmalschutz stehenden Hochbunker in München/Nord-Schwabing wird unter der Leitung von Nina Pettinato ein(e) Kurator(in) mit der Konzeption und Realisierung eines 12-monatigen Ausstellungsprojektes sowie eines begleitenden Rahmenprogramms beauftragt. Die Zielsetzung von BNKR ist es, den Dialog zwischen Kunst, Architektur und anderen Disziplinen wie Design, Wissenschaft, Philosophie und Musik zu fördern.


Der Hochbunker ist der einzige unter Denkmalschutz stehende Hochbunker in Deutschland, bei dem es gelungen ist, alle Stockwerke in Tageslichträume zu konvertieren. Der Umgang mit einem nationalsozialistischen Bauwerk erforderte von allen Beteiligten besonderes Verantwortungsgefühl. Die Aufgabe bestand darin, die Substanz nicht zu leugnen, sondern ihr mit Ernsthaftigkeit zu begegnen. Geschichte wird thematisiert und Freiraum geschaffen, um einen friedlichen und demokratischen Geist in das Gebäude einkehren zu lassen. Die Sanierungs- und Umbauarbeiten wurden durch raumstation Architekten ausgeführt. Bei den Rückbaumaßnahmen wurden circa 2.000 Tonnen Material entfernt. Teile davon liegen heute als Quader vor dem Bunker. Die in die Außenwände eingeschnittenen großen Fenster schaffen eine neue Raumebene „in der Wand“ und zeugen von der Veränderung im Inneren des Gebäudes, ohne dessen geschlossene Figur infrage zu stellen. So wie die Fenster der Gegenwart asymmetrisch in die Fassade eingeschnitten sind, bleiben im Inneren die „Fenster in die Vergangenheit“ durch alte Oberflächen sichtbar. Anders verhalten sich der zurückgesetzte Dachaufbau und der Anbau im Erdgeschoss, deren Modernität in einer Spannung zum Bestand steht. Durch die geschichtsbewusste Transformation und Umnutzung wird der Hochbunker an der Ungererstraße statt zum ausschließlichen Mahnmal wieder Teil unserer Gegenwart und Zukunft. Heute bildet das denkmalgeschützte Gebäude, direkt im Anschluss an den parkähnlichen Nordfriedhof, eine städtebauliche Dominante.

raumstation Architekten, Starnberg
Bauzeit Februar 2012 – Frühjahr 2014
Ausstellungsräume UG + EG / Drei Wohnungen / Penthousewohnung
Außenskulptur: Tony Cragg (2005), „Discussion“, Bronze, 170 x 190 x 240cm.


001_Stefan F. Höglmaier. Fotografie: Julian Baumann.



002_Nina Pettinato. Fotografie: An Laphan.


003_BNKR
003_raumstation Architekten, Tim Sittmann-Haury, Fränzi Essler, Walter Waldrauch. Fotografie: Jens Passoth.