Stop making sense, it’s as good as it gets.

Lucid investigations in(to) time

Wie wir Zeit wahrnehmen, hängt mit unserem emotionalen Zustand, dem Kontext, in dem wir uns befinden, und den aufeinander einwirkenden persönlichen Erfahrungen und Erwartungen zusammen, die wir an einen bestimmten Moment knüpfen. Jeder dieser Gegenwartsmomente ist angefüllt mit verpassten Chancen, einem „Death Valley“ an uneingelösten Zukünften, das uns die Gegenwart wiederum als unvollständig erscheinen und dem Heute mit einer gewissen Anspannung begegnen lässt. Besonders dann, wenn diese Gegenwart unseren Erwartungen nicht entspricht, erleben wir dieses Gegenwärtigwerden als eine Entfremdung von der Wirklichkeit, die unsere Hoffnungen und Wünsche nicht in Präsens setzt, sondern in vergangene Zukünfte verwandelt. So lässt sich vielleicht auch erklären, warum uns Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen wie Paradiese vorkommen, die frei interpretierbar sind, in denen nichts festgeschrieben ist, während die Gegenwart nichts von diesem Glanz des Gestern und Morgen in sich trägt. Was passiert, wenn wir diese Wahrnehmung aufbrechen, wenn wir nicht in und von der Vergangenheit und Zukunft träumen, sondern uns in einer Vorstellung von Gegenwart bewegen, in der alles gleichzeitig vorhanden ist und die lineare Struktur von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine Möglichkeit von vielen darstellt?

Stop making sense, it’s as good as it gets. ist aus der Lektüre des Romans Satin Island von Tom McCarthy entstanden: einem Bericht über die Unmöglichkeit im Präsens anzugelangen, eine Erzählung über das Scheitern des Schreibens eines ‚Großen Berichts’ der Gegenwart. Dem Gedanken folgend, werden Künstler, Schriftsteller, Architekten, Theoretiker und Wissenschaftler eingeladen, ihre Vorstellungen von Zeit anhand von fünf zentralen Begriffen, die aus Satin Island abgeleitet sind, in unterschiedlichen Formaten zur Diskussion zu stellen: Artefacts, Buffering, Narratives, Patterns, Uncertainty.

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FILM ALS AUSSTELLUNG / AUSSTELLUNG ALS FILM